2006 Firmenbewertung
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Resultate der Firmenbewertung 2006 im Überblick  (23.02.06)
Die Etikette der Kleider - Bestellungen der neuen Publikation von EvB und SKS
Die Arbeitsbedingungen in den Kleiderfabriken sind generell unzumutbar. Die Lektüre der 27 eingereichten und hier vorgestellten Firmenbewertungen zeigt, dass es eine Reihe von Unternehmen gibt, die diese Fakten wenigstens nicht mehr verleugnen. Beispielsweise sind die neusten Nachhaltigkeitsberichte von Nike die Missstände detailliert aufgelistet. Demnach würden bei ihren Lieferanten die Arbeitszeitvorschriften, die Mindestlöhne und die Organisationsfreiheit in systematischer Weise verletzt.

Die Unternehmen anerkennen und übernehmen vermehrt Verantwortung für die Zustände bei ihren Lieferanten. Diese Entwicklung wird beim persönlichen Kontakt mit Firmenvertretern bestätigt. Argumente, dass beispielsweise Kinderarbeit ein Teil der indischen Kultur sei und Zwangsarbeit zur burmesischen Gesellschaft gehöre, sind glücklicherweise passé.
Konsumierende haben Einfluss
Es zeigt sich, dass die öffentliche Meinung einen Einfluss hat auf das Verhalten der Modefirmen. Mehrere Firmenvertreter haben bestätigt, dass sie nach der Veröffentlichung des «Prêt-à-Partager » im Jahr 2004 zahlreiche Beschwerdebriefe von besorgten Konsumenten und Leserinnen erhalten hätten. Mit Wirkung: Die von uns schlecht bewerteten Firmen PKZ und Strellson zum Beispiel haben in der Zwischenzeit einen Kodex eingeführt und erstmals dazu informiert. Ein weiteres erfreuliches Resultat der Firmenumfrage war, dass alle 27 von uns angeschriebenen Firmen reagiert haben und Informationen einreichten.

Die Mehrheit der Firmen hat damit begonnen, sich mit verbindlichen Sozialstandards und unabhängigen Kontrollen um die Situation in den Fabriken zu kümmern. Uns vorgelegte Anpassungspläne belegen konkrete Verbesserungen, die sich aber teilweise nur auf bauliche Massnahmen wie Beleuchtung, Belüftung, Unterkünfte, Toiletten usw. beziehen. Insgesamt genügen die von den Firmen ergriffenen Massnahmen nicht, um eine Wende einzuläuten.

Noch stehen die Anstrengungen für bessere Arbeitsbedingungen in keinem Verhältnis zur Dynamik des Weltmarktes. Das Ende des so genannten Multifaserabkommens (ein Quotensystem unter der WTO) per 1. Januar 2005 löste einen neuen Liberalisierungsschub im Bekleidungsmarkt aus. Dies führt zu einer dramatischen Verlagerung von Zehntausenden von Arbeitsplätzen und heizt den ruinösen Standortwettbewerb an. Zudem wurde eine neue Tendenz festgestellt, die darin besteht, dass negative Geschäftspraktiken wie Kosten überwälzung bei den Kontrollen und unlautere Zertifizierung vielerorts die Arbeitsverhältnisse belasten.
Biobaumwolle bringt Verbesserungen
Einen klar positiven Einfluss auf die Lebens-und Arbeitsbedingungen konnten jene Firmen (z.B. Coop, Helvetas, Hess Natur, Migros, Remei und Switcher) dokumentieren, die sich in Projekten für den Anbau und die Verarbeitung von Biobaumwolle engagieren. Sie sind sich auch der Probleme in den Fabriken bewusst, informieren die Kundschaft darüber und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken ein. Kleider aus Biobaumwolle bilden daher eine echte Alternative. Das Verhalten der Bio-Anbieter ist gemäss dieser Studie der Lichtblick im Modemarkt. Daher wird das Thema Biobaumwolle speziell beleuchtet.
   Jüngste Entwicklungen im Überblick (13.03.2006) (69 KB)


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