Der Clean Clothes Modellkodex
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Zwischen 1997 und 1998 erarbeitete die europäische Clean Clothes Campaign (CCC), die schon damals mehr als 150 Organisationen und Gewerkschaften aus Nord und Süd vereinigte, nach langen aber fruchtbaren Gesprächen den Clean-Clothes-Verhaltenskodex.

Der Clean Clothes Musterkodex im Überblick:


  • Keine Zwangsarbeit (Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO, ILO, Nummer 29+105)

  • Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen (ILO Konv.87+98)

  • Keine Diskriminierung (ILO Konv.100+111)

  • Keine ausbeuterische Kinderarbeit (ILO Konv.138+182)

  • Existenzsichernde Löhne bei regulären Arbeitszeiten

  • Sichere und menschenwürdige Arbeitsplätze

  • Ein festes Beschäftigungsverhältnis


Der Kodex regelt auch Umsetzung und Kontrolle dieser Richtlinien:


  • Dieser Mindeststandard wird fürs gesamte Sortiment angewandt

  • Die Firma trägt die Verantwortung überall, wo ihre Kleider produziert werden

  • Beschäftigte beteiligen sich am Prozess der Überprüfung

  • Transparenz und Zusammenarbeit mit einer Verifizierungsstelle

Die CCC musste dazu die Grundrechte nicht neu erfinden. Vielmehr stützen sich die einzelnen Punkte auf die Erklärung der Menschenrechte und die acht fundamentalen Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO (ILO). Im Besonderen legt der Kodex fest, dass die Löhne zur Deckung der Grundbedürfnisse der Angestellten und ihrer Familien reichen müssen, und darüber hinaus noch ein Betrag zur freien Verfügung enthalten sein muss.

Ausserdem verlangt der Kodex, dass keine Kinder mehr eingestellt werden. Für die Kinder, die weiter arbeiten oder entlassen werden, müssen Unterstützungs- und Bildungsmassnahmen bereitstehen. Die Arbeitenden sollen auf der Basis eines Vertrages, der auch die Pflichten des Arbeitgebers enthält, angestellt werden. Der Kodex sieht zudem eine unabhängige Kontrollinstanz vor, die unter aktivem Einbezug der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie derer Organisationen die Einhaltung dieser Norm überprüft.

Damit werden die minimalen Sozialstandards für die gesamte Bekleidungs-, Sportbekleidungs- und Schuhindustrie festgehalten. Alle Firmen dieser Branche sollten diesen Standard öffentlich als ihre Geschäftspolitik anerkennen, ihn bei allen ihren Lieferanten umsetzen und ihre Einkaufspolitik entsprechend anpassen, um so konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Fabriken zu bewirken.
   Der Modellkodex der CCC (0.12 MB)


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